Hans-Georg Deicke 17.11.2020

Passermesssystem LUCHS IV um Lackpasser erweitert

Die Weiterentwicklung des Passermesssystems LUCHS IV ermöglicht die sichere, zuverlässige und hochpräzise Bestimmung des Passers von Lackierwerken gemäß des Anforderungen des bvdm.

LUCHS IV-Messkopf

Im Dezember 2016 veröffentlichte der Bundesverband Druck und Medien e. V. (bvdm) die Richtlinie „Technische Abnahme von Lackierwerken an Bogenoffsetdruckmaschinen“. Sie entstand in Zusammenarbeit mit Druckmaschinenherstellern, den technischen Beratern der Landesverbände und dem Sächsischen Institut für die Druckindustrie und legt die genauen Bedingungen und Sollwerte dieser Qualitätsüberprüfung fest. So sind der Bedruckstoff, die Druckgeschwindigkeit und die klimatischen Bedingungen standardisiert, sodass Ergebnisse vergleichbar werden. Je nach Druckmaschinenformat sind bis zu 16 Messpunkte in regelmäßigen Abständen über den Bogen verteilt. Die Bogen des für den Versuch zu verwendenden glänzend gestrichenen Bilderdruckpapiers werden mit 85% der maximalen Maschinengeschwindigkeit lackiert. Anschließend erfolgt die Bestimmung der Glanzwerte aller Positionen auf 10 zufällig ausgesuchten Bogen bei einer Auflage von 100 Bogen. Geprüft werden die Homogenität und die Konstanz des Auftragens. 

Forschungsprojekt am Institut

Versuchsaufbau bei der Entwicklung des Lackpassers

Im Zuge dieser Entwicklung erfolgte im Sächsischen Institut für die Druckindustrie in Leipzig die Bearbeitung eines Forschungsprojektes. Ziel war es, eine Möglichkeit zu finden, um auch die Position des Lackauftrages in der Druckmaschine analog zur bekannten Passermessung sichtbarer Farben zu bestimmen. Die Ermittlung der Position transparenter oder kaum sichtbarer Lacke und Farben, die nur partiell aufgetragen werden sollen, war bisher eine nicht gelöste technische Aufgabe. Diese Funktion ist bei zunehmenden Aufträgen mit einer Lackveredelung wichtig und notwendig, zumal auch eine Tendenz zur Spotlackierung zu verzeichnen ist. Hier ist die richtige Position des Lackauftrags zur „sichtbaren“ Farbe von entscheidender Bedeutung. 

Erweiterung des LUCHS IV um die Lackpassermessung

Testbogen zur Lackpassermessung

Zur Überprüfung des Passerverhaltens in Druckmaschinen wird weltweit seit vielen Jahren das Passermesssystem LUCHS der PITSID GmbH eingesetzt. Die seit einigen Jahren verfügbare 4. Generation wurde jetzt um die Funktion „Lackpasser“ zur Lagebestimmung einer Lackierung zum Druckbild erweitert. 
Mit einer Spezialbeleuchtung können spezielle Lackmarken, die von dem oder den Lackierwerken aufgetragen wurden, sichtbar gemacht werden. So ist die Position zu einer farbig gedruckten Messmarke bestimmbar und wird mit der gleichen höchsten Präzision vermessen wie bei kontrastreicheren Farben.

 

Zusätzliche Beleuchtungseinheit

Lackpasserelement mit Bezug zum Farbpasser (Lack in Oliv dargestellt)

Im Messkopf für den Lackpasser ist eine zusätzliche Beleuchtungseinheit notwendig. Mit einem Messkopf können dann beide Arten der Passermarken für das System sichtbar gemacht werden. Je nach Messmodus ist die entsprechende Beleuchtungseinheit angeschaltet. So werden bei der Lackpassermessung nur die eigens dafür vorgesehenen Messelemente ausgewertet. Die Darstellung erfolgt analog der Auswertung der Farbpassermessung und die Schwankung der Lackposition wird zur Referenzfarbe (Standfarbe) angezeigt. 

Zuverlässige Prüfung der Genauigkeit auch für Lackveredelungen

Mit der beschriebenen zusätzlichen Funktion, die nun in die 4. Generation des Passermesssystems LUCHS integriert wurde, sind die Voraussetzungen geschaffen, Veredelungsprozesse bei Maschinenherstellern und den Anwendern zu überprüfen. War der Einsatz bisher auf Druckwerke „beschränkt“, so sind jetzt auch Lackierwerke leicht auf ihre Genauigkeit zu überprüfen. 
In diesem Zusammenhang wurde das Dienstleistungsangebot des akkreditierten Prüflabors Druckqualität und Weiterverarbeitung des Sächsischen Instituts für die Druckindustrie um die Abnahme von Lackierwerken im Rahmen von Maschinenabnahmen oder auch einzeln erweitert. Die PITSID GmbH und das Sächsische Institut für die Druckindustrie stehen für Fragen der Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten des Systems wie auch zu den unterschiedlichen Abnahmeprozeduren als Ansprechpartner zur Verfügung.