Hans-Georg Deicke 13.11.2019

innoPRINT zum dritten Mal veranstaltet

Die Podiumsdiskussion behandelte das Thema „Prozess und Business – Modelle für die Zukunft“ mit Vertretern aus der Industrie und der Hochschule (© Prof. Inés Heinze)

Am 9. November 2019 wurde im Vorlesungssaal des Nieper-Baus der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig die mittlerweile dritte innoPRINT veranstaltet. Der Nachfolger des Gutenberg-Symposiums, das 25 Jahre über Neuigkeiten und Trends in der grafischen Industrie berichtete, findet einmal jährlich im November unter unterschiedlichen Themensetzungen statt. In diesem Jahr beschäftigte sich der erste Vortrag mit der Umstellung auf digitale Fertigungsweisen. Dazu sprachen drei Vertreter der Firma Interprint aus Arnsberg, nach eigenen Angaben der zweitgrößte Dekordrucker weltweit, über ihre Erfahrungen bei der Aufstellung einer Koenig & Bauer RotaJet für die Herstellung von Dekoren. Trotz ausgereifter Technik war die Einführung der digitalen Drucktechnologie mit verschiedenen Widrigkeiten seitens der Kunden und der Beschäftigten verbunden. Durch die Überarbeitung der Strategie und der daraus resultierenden Vorgehensweise konnten die Einwände überwunden werden. Es funktioniert mittlerweile so erfolgreich, dass die Geschäftsführung die Anschaffung einer weiteren Maschine dieses Typs beschlossen hat.

Auch die anschließende Podiumsdiskussion mit Vertretern aus der Industrie und der Hochschule beschäftigte sich mit dem Thema, wie in Zukunft erfolgreich Kunden zu gewinnen sind. Besonderes Augenmerk sollen die Unternehmen nach einhelliger Meinung der Runde auf eine adäquate Plattform zur Kundenansprache und auf die Kompetenz der Mitarbeiter legen. Dies seien die entscheidenden Kriterien zur Transformation des derzeitigen Geschäftsmodells in die Zukunft.

„Verbraucher wollen alles – Zum Umgang mit Verbrauchererwartungen“ ...

Die Referenten: Robert Bierfreund, Lukasz Witjes und Dennis Wohlleben (alle Interprint), Josefine Preuß und Dominik Arnold (Masterstudenten der HTWK Leipzig, Georg Abel (VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.) und die Moderatorin Beatrix Genest (Sächsisches Institut für die Druckindustrie) (© Prof. Inés Heinze)

war das Thema, mit dem sich Georg Abel von der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. beschäftigte. Im Fokus des Vereins steht die soziale, gesundheitliche und ökologische Verbraucherarbeit. Ziel ist es, die Bürger umfassend zu informieren, sodass sie mit diesem Wissen mündige und verantwortungsvolle Entscheidungen für den Einkauf, die Nutzung und die Entsorgung treffen können. In den letzten Jahren hat sich das Verhalten geändert, Verbraucher sind erfahrener geworden, widersprüchlich in Denken und Verhalten und letztlich sehr anspruchsvoll. Damit umzugehen erfordert von den Unternehmen ein Umdenken in der Ansprache ihrer Kunden und das Eingehen auf die immer individuellere Art und Weise des Einkaufs.

Zum Abschluss waren zwei Studenten der Fakultät Informatik und Medien aufgerufen, aus Ihrer Arbeit und den dabei gemachten Erfahrungen zu berichten.

Dominik Arnold absolvierte sein Praktikumssemester in einem Start-Up-Unternehmen, das Schnittstellentechnologien zwischen gedruckter und digitaler Welt erforscht und entwickelt. Diese Technologien sollen Produkte fälschungssicher machen, indem die gedruckten Verpackungen mit einem digitalen Endgerät gescannt werden und über einen unsichtbar aufgebrachten Code auf der Verpackung die Echtheit verifiziert wird.

Josephine Preuß stellte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit vor. Getreu dem Motto „Wir bedrucken alles, was nicht wegläuft!“ beschäftigte sie sich mit dem Bedrucken von Beton. Das Material mit unterschiedlichen Rauigkeiten wurde während der Versuche im Sieb- und UV-Inkjet-Verfahren bedruckt und die Wiedergabe der Farbe auf den unterschiedlichen Untergründen überprüft. Ein Raunen ging durch die Zuhörer, als die Rauigkeiten des Betons mit denen von Papier verglichen wurden. Papier ist rauer als Beton! Und wie bei Papier hat die Rauigkeit Einfluss auf die Bedruckbarkeit. Durch unterschiedliche Schalungsmaterialien, Oberflächenbehandlungen oder Zusammensetzungen kann die Druckqualität verändert werden.

Mit dieser ungewöhnlichen Neuigkeit neigte sich die Veranstaltung ihrem Ende zu. Beim anschließenden Ausklang konnten sich die Teilnehmer und Referenten untereinander austauschen und die präsentierten Inhalte miteinander diskutieren.